Energiepreisindex
Energiepreisindex (EPI) der Österreichischen Energieagentur
Die Österreichische Energieagentur analysiert den monatlich berechneten Energiepreisindex (EPI) für private Haushalte aus den Daten zum Verbraucherpreisindex (VPI) der Statistik Österreich.
Iran-Krieg lässt Treibstoff- und Heizölpreise stark steigen
- Energiepreise steigen im Monatsvergleich März zu Februar um 9,1 %
- Hohe Energiepreise belasten Haushalte und Wirtschaft
Entspannung kurzfristig nicht absehbar
Wien, 23. April 2026 – Im März spiegelten die Energiepreise deutlich die Auswirkungen des Iran-Kriegs wider. Maßgeblich dafür waren Attacken auf die Energieversorgungsinfrastruktur mehrerer Staaten am Persischen Golf sowie Störungen des Schiffsverkehrs und die hohe Unsicherheit über die Passage durch die Straße von Hormus, eine der wichtigsten globalen Transportrouten für Rohöl und LNG. Die Sorge vor einer anhaltenden Einschränkung des Angebots ließ die Preise für Rohöl und Erdgas auf den Großhandelsmärkten deutlich ansteigen. Dies wirkte sich auch rasch auf die Endkundenpreise für Treibstoffe aus.
Im März stieg der Preis für Superbenzin gegenüber dem Vormonat um 14,8 %, Diesel verteuerte sich um 23,9 %. Die Heizölpreise erhöhten sich im Monatsvergleich sogar um 42,8 %. Für die allgemeine Teuerung bedeutet das, dass Energie erneut zu einem zentralen Preistreiber wird. Im Jahresvergleich stiegen die Preise damit um 12,1 % im Fall von Superbenzin bzw. 21,9 % im Fall von Diesel. Die Heizölpreise stiegen im Jahresvergleich um 38,2 %. Für den EPI bedeutet das im Monatsvergleich ein Plus von beachtlichen 9,1 % im Vergleich zum Februar und 6,2 % im Vergleich zum März 2025. Für viele Haushalte und Unternehmen bedeutet das bereits jetzt spürbare Mehrkosten beim Tanken oder Heizen.
Derzeit sind vor allem die unmittelbaren Effekte der höheren Treibstoffpreise beobachtbar. Mineralölprodukte spielen jedoch auch eine zentrale Rolle in zahlreichen weiteren Wertschöpfungsketten. Folglich ist davon auszugehen, dass mit Verzögerung auch die Preise anderer Güter und Dienstleistungen unter Aufwärtsdruck geraten. Verlässliche Prognosen sind derzeit aber nur eingeschränkt möglich. Selbst bei einer formalen Öffnung der Straße von Hormus wäre nicht mit einer raschen Normalisierung zu rechnen, da sich Logistik und Produktion nur schrittweise erholen würden.
Die Internationale Energieagentur empfiehlt vor diesem Hintergrund Maßnahmen zur Reduktion der Exposition gegenüber hohen Energiepreisen, insbesondere durch spritsparende Fahrweise, die verstärkte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sowie die Vermeidung nicht notwendiger Fahrten und Flüge. Auch die Europäische Kommission reagierte am 22. April mit einem Strategiepapier, das kurzfristige Entlastungsoptionen für Haushalte und Industrie mit angekündigten Schritten hin zu mehr Elektrifizierung und einer steuerlichen Besserstellung von Strom gegenüber fossilen Energieträgern verbindet.
„Solange fossile Importe einen Großteil unseres Energieverbrauchs decken, bleiben wir anfällig für Entwicklungen, auf die wir keinen Einfluss haben. Der Weg zu mehr Unabhängigkeit führt über noch mehr erneuerbare Erzeugung im Inland, die konsequente Elektrifizierung über alle Sektoren hinweg und mehr Effizienz. Zugleich weist die Empfehlung der Internationalen Energieagentur, den Verbrauch fossiler Energieträger zu senken, in die richtige Richtung, denn das entlastet unmittelbar“, sagt Franz Angerer, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur.
Am Strommarkt stellt sich die aktuelle Lage anders dar. Die Anspannung auf den Gas- und Ölmärkten hat sich bislang nicht vollständig auf die Strompreise übertragen. Saisonale Angebotsfaktoren, insbesondere günstige Bedingungen für Photovoltaik und Wasserkraft in den Sommermonaten, wirken stabilisierend und dämpfen den kurzfristigen preistreibenden Druck.
Entwicklung der Strom- und Gaspreise
Die Strompreise sanken im Monatsvergleich um 0,5 % und lagen im Jahresvergleich um 8,3 % unter dem Niveau des März 2025. Jüngste Preissenkungen durch große Energielieferanten sowie die Effekte der reduzierten Sommerarbeitspreise, die ab April 2026 wirken, sind in dieser Betrachtung noch nicht berücksichtigt. Die Endkundenpreise für Erdgas stiegen im März gegenüber Februar um 3,1 %. Im Jahresvergleich verteuerten sie sich mit einem Plus von 2 % damit erstmals seit Dezember 2025 wieder. Die Fernwärmepreise sanken im Monatsvergleich um 0,1 % und lagen im Jahresvergleich um 2,4 % höher.
Entwicklung fester Brennstoffe
Die Preise für Brennholz stiegen im Monatsvergleich um 0,3 % und lagen im Jahresvergleich um 0,2 % über dem Vorjahresniveau. Holzpellets verteuerten sich gegenüber dem Vormonat um 0,9 %. Im Jahresvergleich ergibt sich ein Anstieg von 27,9 %.
Energiepreise im Monats- und Jahresvergleich
| Energieträger | Monatsvergleich März 2026 – Februar 2026 | Jahresvergleich März 2026 – März 2025 |
|---|---|---|
| Strom | -0,5 % | -8,3 % |
| Fernwärme | -0,1 % | 2,4 % |
| Brennholz | 0,3 % | 0,2 % |
| Holzpellets | 0,9 % | 27,9 % |
| Erdgas | 3,1 % | 2,0 % |
| Super | 14,8 % | 12,1 % |
| Diesel | 23,9 % | 21,9 % |
| Heizöl | 42,8 % | 38,2 % |
| Energiepreisindex (EPI) | 9,1 % | 6,2 % |
| Verbraucherpreisindex (VPI) | 1,2 % | 3,2 % |
Information zur Aktualität der Daten
Bei der Veröffentlichung des Energiepreisindex (EPI) der Österreichischen Energieagentur kann es prozessbedingt dazu kommen, dass die Publikation der EPI-Daten sowie deren begleitende Einordnung zeitlich in die Nähe der von der Statistik Austria veröffentlichten Schnellschätzung der Inflation rücken. Trotz dieser zeitlichen Überschneidung beziehen sich die beiden Veröffentlichungen auf unterschiedliche Monate. Während der EPI regelmäßig das davorliegende Monat abbildet und üblicherweise in den letzten Tagen des Folgemonats (unter Umständen aber auch erst Anfang des übernächsten Monats) erscheint, veröffentlicht Statistik Austria ihre Schnellschätzung bereits in den ersten Tagen des Folgemonats und bezieht sich dabei auf das jüngst abgeschlossene Monat. Diese Differenz in den zugrunde liegenden Bezugszeiträumen ist bei der Interpretation unbedingt zu berücksichtigen, da ein unmittelbarer Vergleich der Werte sonst zu Fehlinterpretationen führen kann.
Weiterführende Informationen
AEA-Energiepreisindizes für mehr Transparenz
So setzt sich der Strompreis zusammen (Grafik)
Preisfindung im europäischen Großhandel mit Strom – Die „Merit-Order-Kurve“ (Grafik)
Transparenzplattform waermepreise.at
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Die effizientesten Geräte finden sich in der klimaaktiv Topprodukte-Datenbank
FAQ
Hier finden Sie Antworten zu häufig gestellten Fragen rund um unsere Indizes.
VPI und EPI
Vergleich Verbraucherpreisindex (VPI) und Energiepreisindex (EPI) der letzten Jahre
Quelle: Statistik Austria
Berechnung: Österreichische Energieagentur
Zur Grafik
Leitungsgebundene Energieträger
Vergleich der leitungsgebundenen Energieträger (Strom, Gas, Fernwärme) in den letzten Jahren
Quelle: Statistik Austria
Feste Brennstoffe
Vergleich der festen Brennstoffe (Brennholz, Holzpellets) in den letzten Jahren
Quelle: Statistik Austria
Mineralölprodukte
Vergleich der Mineralölprodukte (Heizöl, Eurosuper, Dieseltreibstoff) in den letzten Jahren
Quelle: Statistik Austria
Entwicklung des Rohölpreises (UK-Brent)
Aktuelle Entwicklung des Rohölpreises (UK-Brent)
Quelle: Energy Information Administration
Haftungsausschluss
Die Österreichische Energieagentur sowie alle bei der Erstellung der Indizes beteiligten Expertinnen und Experten haben deren Berechnung sowie inhaltliche Kommentare sorgfältig erstellt. Übermittlungs-/inhaltliche Fehler können dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die Österreichische Energieagentur übernimmt daher keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte, insbesondere in Bezug auf eventuelle unmittelbare oder mittelbare Schäden, die durch die direkte oder indirekte Verwendung der angebotenen Informationen entstehen.